Beginner Funnel

Mehr Schnupperkurse lösen keinen undichten Beginner Funnel

Die Werbung funktioniert: doppelt so viele Schnupperer, doppelt so viele Platzreifekunden, doppelt so viele Mitgliedschaften. Und doppelt so viele Absolventen, deren nächster Schritt offenbleibt. Mehr Nachfrage kann ein Geschäft vergrößern, ohne die Frage danach zu lösen.

Eine Lerngruppe arbeitet gemeinsam auf dem Putting Green.
Archivaufnahme aus dem Golfunterricht, 2019.
In diesem Beitrag

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  1. Die Werbung soll nicht etwas lösen, das danach erst beginnt
  2. Mehr Volumen landet auch im Kalender
  3. Vielleicht fehlt den übrigen 30 kein weiteres Einstiegsangebot
  4. Das Mitgliederziel bleibt trotzdem das Mitgliederziel
  5. Nicht weniger Werbung. Ein vollständigerer Plan.

Stellen wir uns eine erfolgreiche Kampagne vor. Statt 200 kommen 400 Interessenten zum Schnuppern.

Die Kurse sind voller. Im Sekretariat ist mehr los. Auch die Mitgliedschaften steigen: in unserem Modell von 20 auf 40.

Das Marketing hat geliefert.

Nur ist daneben noch etwas gewachsen. Aus den 400 Schnupperteilnehmern werden 100 Platzreifekunden. 60 davon schließen zunächst keine Mitgliedschaft ab. Vorher waren es 30.

Mehr Abschlüsse und mehr offene Anschlussfragen passen also problemlos in dasselbe gute Jahr.

Die Werbung soll nicht etwas lösen, das danach erst beginnt

Für die Rechnung nehmen wir 25 Prozent vom Schnupperteilnehmer zum Platzreifekunden und 40 Prozent von diesen Kunden zur Mitgliedschaft an.

200 → 50 → 20. Bei doppelter Nachfrage: 400 → 100 → 40.

Das sind Modellquoten, keine Aussage über den Durchschnitt im Golfmarkt.

Es wäre falsch, die zweite Variante schlechtzureden. Mehr Kurse können gute Umsätze bringen. 40 Mitgliedschaften sind mehr als 20.

Die weitere Kundenentwicklung wird dadurch nur nicht automatisch besser. Wenn nach dem Kurs kein passender nächster Weg besteht, steht diese Frage anschließend bei einer größeren Gruppe im Raum.

Mehr Volumen landet auch im Kalender

Die zusätzlichen Teilnehmer entstehen nicht nur in einer Statistik. Sie müssen empfangen, betreut und durch ihre Kurse geführt werden.

Dieser Aufwand kann sich lohnen. Wer sein Wachstum plant, sollte ihn aber neben das Werbebudget legen.

Eine zusätzliche Anfrage ist noch kein zusätzliches Mitglied. Dazwischen liegen Kursplätze, Trainerzeit und Entscheidungen der Teilnehmer.

Deshalb lohnt die Frage: Wollen wir mehr Umsatz vor allem durch mehr Erstkäufe erzeugen? Oder können wir auch mit den bereits gewonnenen Kunden weiterarbeiten?

Beides kann eine gute Antwort sein. Es ist nur nicht dieselbe Aufgabe.

Vielleicht fehlt den übrigen 30 kein weiteres Einstiegsangebot

Kehren wir zur kleineren Gruppe zurück. 50 Platzreifekunden, 20 Mitgliedschaften.

Die anderen 30 sind nicht automatisch verloren. Manche spielen vielleicht schon weiter. Bei manchen fehlt nur die Information. Und ein Teil könnte einen Bedarf haben, auf den das bisherige Angebot noch nicht passt.

Wer weiterlernen und spielen möchte, aber noch keine Mitgliedschaft abschließt, braucht nicht erneut Werbung dafür, Golf einmal auszuprobieren.

Er hat es ausprobiert. Er hat bezahlt. Er möchte vielleicht nur anders weitermachen.

Ein zweiter bezahlter Anschlussweg kann genau dort ansetzen. Nicht als Gegenmodell zur Mitgliedschaft, sondern als weiterer sinnvoller Kauf nach dem Einstieg.

Die nächste Kundenbeziehung kann aus dem bisherigen Teilnehmer entstehen. Sie muss nicht immer bei der nächsten Anzeige anfangen.

Das Mitgliederziel bleibt trotzdem das Mitgliederziel

Wenn der Club 40 neue Mitgliedschaften braucht, sind 20 Mitglieder plus weitere Anschlusskunden nicht dasselbe Ergebnis.

Geht es dagegen um mehr tragfähigen Umsatz aus dem Anfängerbereich, gehört der zweite Weg in die Betrachtung.

Er verursacht ebenfalls Kosten und braucht Nachfrage. Er ist nicht automatisch die billigere Lösung. Aber er ist eine andere Möglichkeit als ausschließlich noch mehr Teilnehmer durch denselben Einstieg zu führen.

Wer beide Wege kennt, kann entscheiden. Wer nur die Schnupperbuchungen kennt, sieht vor allem den ersten.

Nicht weniger Werbung. Ein vollständigerer Plan.

Die Konsequenz muss nicht sein, eine erfolgreiche Kampagne abzuschalten.

Es kann sinnvoll sein, sie fortzusetzen und gleichzeitig den Anschluss zu verbessern. Dann wird das, was die Werbung begonnen hat, wirtschaftlich weitergeführt.

Ein unbekannter Kundenstatus ist dabei noch kein gescheiterter Prozess. Zuerst muss der Club unterscheiden, wo tatsächlich ein passender Weg fehlt und wo nur der Überblick fehlt.

Die Werbung hat Interessenten fürs Golf gewonnen. Die nächste Aufgabe kann sein, ihnen einen Grund zum Bleiben zu geben – statt sofort wieder nur die nächste Gruppe zu suchen.

Zum Modell: 25 Prozent Schnupperteilnahme zu Platzreifebuchung und 40 Prozent der Platzreifekunden zu Mitgliedschaftsabschluss, jeweils bei gleicher Beobachtungsdauer. Keine Marktbenchmarks. Nichtmitglieder werden nicht pauschal als verlorene Kunden gezählt; die Rechnung enthält keinen Kostenvergleich.

Quellen und Methodik

  1. GolfJam: Eigene Mengenrechnung: 25 Prozent Schnupperteilnahme → Platzreifebuchung, 40 Prozent Kurskunde → Mitgliedschaft: 200 → 50 → 20 und 400 → 100 → 40. Kein pauschaler Verlust der Nichtmitglieder und kein Beleg für Rentabilität oder Wirksamkeit.
Porträt von Sebastian Platschek

Über den Autor

Sebastian Platschek

Founder GolfJam · CEO SwingWorks Systems GmbH

Sebastian Platschek ist Gründer von GolfJam, Geschäftsführer der SwingWorks Systems GmbH und Leiter der Golfschule Sebastian Platschek. Aus seiner Arbeit mit Golfanfängern in Erlangen und Neumarkt beschäftigt er sich mit Spielerentwicklung, Anschlussangeboten und den wirtschaftlichen Beziehungen nach der Platzreife.

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