Nach der Platzreife

Platzreife bestanden. Und wer spielt am nächsten Samstag mit?

Die Platzreife ist geschafft. Am nächsten Samstag ist schönes Wetter, die Schläger stehen bereit. Nur eines fehlt noch: jemand, mit dem es auf den Platz geht. Zwischen bestandener Prüfung und regelmäßigem Golf liegt manchmal eine erstaunlich praktische Frage.

Eine Gruppe von Golferinnen und Golfern begleitet eine Spielerin auf dem Putting Green.
In diesem Beitrag

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  1. Spielen dürfen und ins Spielen kommen sind zwei Dinge
  2. Vielleicht fragt der Club nach dem falschen nächsten Kauf
  3. Der bezahlte Anschluss verkauft nicht noch einmal die Platzreife
  4. Mehr Training ist nicht auf jede Frage die Antwort
  5. Ein guter Kurs kann trotzdem einen guten Anschluss brauchen

„Bestanden!“ Am Sonntag fühlt sich das nach einem Abschluss an.

Am Samstag darauf kann Golf wieder ziemlich neu wirken. Wann spiele ich? Mit wem? Bin ich schnell genug? Und traue ich mich schon, ohne Trainer loszugehen?

Nicht jeder Anfänger hat diese Fragen. Aber wer sie hat, bekommt sie durch die Urkunde nicht automatisch beantwortet.

Die Platzreife kann man an einem Tag bestehen. Einen eigenen Golfalltag hat man damit noch nicht.

Spielen dürfen und ins Spielen kommen sind zwei Dinge

Der DGV beschreibt die Möglichkeiten nach bestandener Platzreife gesondert. Welche Spielmöglichkeiten bestehen und welche Mitgliedschaft passt, gehört zur nächsten Phase. 1

Daneben steht eine ganz alltägliche Aufgabe: den nächsten Golftermin tatsächlich zustande bringen.

Während des Kurses war das einfach. Es gab einen festen Rahmen, eine Gruppe und einen Trainer. Nach der Prüfung muss der Anfänger stärker selbst entscheiden, was er aus dem Gelernten macht.

Die Mitgliedschaft kann den Zugang ermöglichen. Sie organisiert aber nicht automatisch die nächste Verabredung.

Vielleicht fragt der Club nach dem falschen nächsten Kauf

Aus Sicht der Anlage liegt der nächste Schritt nahe: Mitglied werden und spielen.

Aus Sicht des Beginners kann die Frage anders klingen: Wie schaffe ich es, regelmäßig Golf zu spielen, statt die Schläger nur zu besitzen?

Wer darauf eine Antwort sucht, hat nicht unbedingt zu wenig Interesse. Vielleicht braucht er weitere Übung, etwas Orientierung oder eine passende Gelegenheit, mit anderen zu spielen.

Das ist ein echter Bedarf nach dem Einstieg. Und für einen Club die Chance, eine weitere sinnvolle Leistung anzubieten.

Der bezahlte Anschluss verkauft nicht noch einmal die Platzreife

Ein zweiter bezahlter Anschlussweg ist dann interessant, wenn er bei diesem Bedarf ansetzt.

Der Spieler bezahlt nicht noch einmal dafür, die Prüfung zu bestehen. Er bezahlt für seine weitere Entwicklung und dafür, leichter in einen regelmäßigen Golfalltag zu finden.

Damit kann die Kundenbeziehung weitergehen, obwohl eine Mitgliedschaft vielleicht noch nicht entschieden ist. Umgekehrt kann auch ein Mitglied dieselbe Unterstützung sinnvoll finden. Zugang und Begleitung sind keine Gegensätze.

Das macht aus dem Anschluss ein eigenes Angebot. Nicht eine Mitgliedschaft mit anderem Etikett und nicht einfach mehr vom bereits abgeschlossenen Kurs.

Mehr Training ist nicht auf jede Frage die Antwort

Wenn dem Anfänger für Samstag die Mitspieler fehlen, löst eine zusätzliche Technikstunde nicht automatisch sein Problem.

Wenn er sich auf dem Platz noch unsicher fühlt, hilft wiederum nicht allein der Hinweis, dass er jetzt spielen darf.

Der Blick muss deshalb beim nächsten Schritt des Spielers beginnen, nicht bei der Frage, welche weitere Einheit noch in den Kalender passt.

Das bedeutet nicht, für jeden Teilnehmer ein eigenes Programm zu bauen. Es bedeutet, eine Leistung anzubieten, deren Nutzen nach der Platzreife verständlich ist.

Und genau dieser Nutzen ist die wirtschaftliche Grundlage: Der Kunde muss erkennen, warum sich das Weitermachen für ihn lohnt.

Ein guter Kurs kann trotzdem einen guten Anschluss brauchen

Dass nach der Prüfung noch Fragen offen sind, macht den Platzreifekurs nicht schlecht.

Ein Einstieg vermittelt Grundlagen. Routine entwickelt sich erst, wenn der Spieler sie verwendet. Die Prüfung und der Alltag danach haben unterschiedliche Aufgaben.

Für die Anlage liegt darin eine Möglichkeit: Sie muss nicht immer neue Anfänger gewinnen, um weitere sinnvolle Leistungen zu verkaufen. Ein Teil des Bedarfs entsteht gerade dadurch, dass der erste Kurs erfolgreich abgeschlossen wurde.

Die Mitgliedschaft bleibt wichtig. Der zweite bezahlte Weg kann die Zeit davor oder die Entwicklung daneben ergänzen.

Die interessanteste Frage nach „Habe ich bestanden?“ könnte deshalb lauten: „Wann spiele ich wieder?“ Eine Anlage, die darauf eine gute Antwort hat, hat möglicherweise auch den nächsten Kundenbedarf verstanden.

Zur Einordnung: Die Sonntag-/Samstag-Szene ist ein Gedankenbeispiel, kein dokumentierter Kundenfall. Eine Teilnahmezahl wird hier nicht als Nachweis von Lernerfolg verwendet.

Quellen und Methodik

  1. Deutscher Golf Verband: DGV-Platzreife gemacht – und was nun?
Porträt von Sebastian Platschek

Über den Autor

Sebastian Platschek

Founder GolfJam · CEO SwingWorks Systems GmbH

Sebastian Platschek ist Gründer von GolfJam, Geschäftsführer der SwingWorks Systems GmbH und Leiter der Golfschule Sebastian Platschek. Aus seiner Arbeit mit Golfanfängern in Erlangen und Neumarkt beschäftigt er sich mit Spielerentwicklung, Anschlussangeboten und den wirtschaftlichen Beziehungen nach der Platzreife.

Weiterdenken

Was passiert nach der Platzreife? Der Kurs endet. Die Kundenbeziehung nicht unbedingt.

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